Arlesheim: Leichtathletik
11.10.2017

Die Mannschaft und die Vielseitigkeit als Erfolgsrezept

Guter Zusammenhalt: Stehend (v. l.): Marquis Richards, Marco Bösch, Dieter Völlmin. Kniend (v. l.): Rafael Vögtli, Silvan Spichty, Anthony Nagel.  Foto: Tobias Gfeller

Guter Zusammenhalt: Stehend (v. l.): Marquis Richards, Marco Bösch, Dieter Völlmin. Kniend (v. l.): Rafael Vögtli, Silvan Spichty, Anthony Nagel. Foto: Tobias Gfeller

Die jungen Leichtathleten des TV Arlesheim eilen von Erfolg zu Erfolg. Dahinter steckt ein Konzept, bei dem ein positives Gruppengefühl im Zentrum steht.

Tobias Gfeller

Gold durch Anthony Nagel beim Swiss Athletics Sprint Final vor einem Monat in Chiasso über 60 Meter, Bronze durch Silvan Spichty in Chiasso über 80 Meter, dazu gewann dieser beim nationalen UBS Kids Cup, Silber und Bronze bei der U20-Schweizer-Meisterschaft durch Marco Bösch im Dreisprung und Hochsprung sowie ein siebter Platz durch Rafael Vögtli im Zehnkampf in der Kategorie U18. Die Auflistung garantiert keine Vollständigkeit und ist dennoch beeindruckend. Der Nachwuchs der Leichtathletikabteilung des TV Arlesheim hat eine erfolgreiche Saison hinter sich.


Schon früh der Schnellste

Für den zehnjährigen Arlesheimer Anthony Nagel war es die erste Teilnahme am Swiss Athletics Sprint. Sein Sieg war keine Überraschung. «Er lief zuvor schon Zeiten, die man so in der Schweiz seit 15 Jahren nicht mehr gesehen hat», schwärmt Dieter Völlmin, Leiter der Leichtathletikabteilung des TV Arlesheim. Für den jungen Sprinter war Chiasso «ein grossartiges Erlebnis». Als kleines Kind sei er schon besonders schnell gewesen, erinnert er sich.
Der 14-jährige Silvan Spichty aus Münchenstein erlebte mit dem Sieg am UBS Kids Cup und der Bronzemedaille beim Swiss Athletics Sprint eine überraschend positive Saison. Nach einer langwierigen Verletzung durch den Winter und Frühling konnte er erst wieder im April mit dem Training beginnen. «Deshalb war ich schon überrascht, wie gut es mir lief.»


Das Soziale im Mittelpunkt

Die positive Entwicklung im TVA-Nachwuchs hat sich abgezeichnet und ist Resultat eines vor Jahren eingeschlagenen und konsequent verfolgten Konzepts. Dieses sieht nicht etwa höhere Trainingsumfänge vor, sondern vielmehr eine Vielseitigkeit und eine Gruppendynamik, in der neben den Leistungen auch das Soziale unter den Athletinnen und Athleten im Mittelpunkt steht. «Diese Synergie, dieses Miteinander, das habe ich so noch nie erlebt, seit ich beim TV Arlesheim bin», schwärmt Stabhochspringer und Betreuer Marquis Richards. «Jeder ist für jeden da, das ist in der Leichtathletik nicht selbstverständlich.»


Als Mannschaft auftreten


Auch Dieter Völlmin, mittlerweile seit 45 Jahren Trainer beim TV Arlesheim, kann sich an ein solches Konstrukt nicht erinnern. «Sowohl vom Sozialen wie auch von den Leistungen her hatten wir das noch nie.» Die sonst eher nüchternen Wettkämpfe werden so zu tollen Events. Der Einzelsportler wird zum Teammitglied. So werden auch die Turnfeste als Mitglied des TV Arlesheim oder die Mannschaftswettkämpfe mit der LG Basel Regio zu unvergesslichen Erlebnissen.


Vielseitiges Fundament

Das sportliche Trainingskonzept sieht eine grosse Vielseitigkeit vor. Die jungen Athletinnen und Athleten erhalten während Jahren eine polyvalente Ausbildung. Die Spezialisierung auf einzelne Disziplinengruppen komme erst spät, erklärt Marquis Richards. «Egal, auf welche Disziplin man sich konzentriert: Es braucht ein Fundament. Und das holt man sich durch die Vielseitigkeit.» Das Spielerische spiele dabei eine wichtige Rolle, betont Dieter Völlmin. «Wir arbeiten an einer breiten Basis an Bewegungsmustern. Einfache Sachen sollen perfektioniert werden. Nur so kommt man in dieser technisch anspruchsvollen Sportart weiter.»


Identische Trainings

Mit dem Engagement des ehemaligen sowjetischen Spitzenstabhochspringers Anatoly Gordienko als Trainer gelang dem TVA ein Coup. Einmal wöchentlich leitet er ein Training auf der Anlage Hagenbuchen. «Von ihm können auch die anderen Trainer profitieren. Bereits haben sie gewisse Trainingsaspekte übernommen», verrät Dieter Völlmin. Und sowieso sei die Trainerausbildung in Arlesheim aussergewöhnlich. «Wir machen von Jahrgang zu Jahrgang die nahezu identischen Trainingsübungen. So erarbeiten die Athleten selber ein gewisses Trainings-Know-how und können dies vielleicht irgendwann weitergeben.»

update ag