Mit grossen Löchern läuft sichs besser

Die Schüler der Klasse 6c der Primarschule Arlesheim haben in der Vorfasnacht selbst Larven angefertigt. Getragen haben sie diese am Kinderfasnachts-umzug mit Stolz – und ohne Stolpern.

Fotos: Boris Burkhardt

Fotos: Boris Burkhardt

Waggis, Minnie Mouse, Affe, Chinese – sechs Wochen zuvor, als die Schüler der 6c der Primarschule Arlesheim im Larvenatelier der Alten Garde des Central-Club Basel (CCB) in Münchenstein die weissen Rohmasken fertigstellten, konnte man nicht unbedingt erahnen, welche Figuren daraus werden sollten. Am Arlesheimer Kinderumzug am Fasnachtsfreitag sah das dann ganz anders aus: Die passenden Kostüme zu ihren Larven hatten sich die Kinder aus dem Brockenhaus besorgt. Auch die Klassenlehrerin, Marlou Abgottspon, hatte sich im Atelier selbst eine Clowns-Larve gefertigt. Begleitet wurde die Gruppe auf dem Piccolo von Martin Wirz, Vater eines Schülers und Mitglied der Basler Clique Die gääle Daggel.

Wenn von allen Kindergartengruppen und Primarschulklassen Arlesheims dieses Jahr neben der 6c auch nur die 4d das Privileg hatte, selbst in einem Larvenatelier tätig zu werden (die Fasnachtsgesellschaft Schnurebegge hatte sie als «Pöstler» ausstaffiert): Kreativ waren alle kleinen und grossen Kinder, ob als Schneeflocken, Popcorntüten, Indianer, Köche, Bären, Paradiesvögel oder Krokodile mit grüngefärbten Eierschachteln auf dem Kopf.


Instinktiver Rollentausch

Wie es die Tradition will, lief der Umzug über Postplatz, Dorfplatz und Ermitagestrasse im Kreis, bis die Kinder nach einer knappen Stunde müde wurden. Amüsant zu sehen, wie vor allem die jüngsten Umzugsteilnehmer den Rollentausch vom Zuschauer zum Aktivfasnächtler nicht ganz verinnerlicht hatten und instinktiv die heischenden Hände ausstreckten, wenn sie jemanden mit einer Larve auf dem Kopf erblickten. Da sich die Ermitage-Schränzer Arlesheim im vergangenen Herbst aufgelöst haben, lief erstmals keine einheimische Gugge mehr im Umzug mit: Die Reinacher Jugendgugge Graffitti-Spukker füllte die Lücke jedoch mit Bravour.


Eine tolle Erfahrung

Nach dem Umzug stärkte sich jede Gruppe an «ihrem» Platz mit Gebäck und Saft, die 6c bei den Sitzbänken in der Tramstrasse. Mit den Pappmachémasken zu laufen, hat den Schülern gut gefallen. Obwohl sie es zuvor nicht geübt hatten, hätten sie keine Probleme beim Sehen gehabt, wie sie versichern: «Es kommt darauf an, wie gross die Löcher sind», erklärt eine Schülerin. «Ein paar Kindern taten die Larven am Kopf weh», berichtet hingegen Lehrerin Abgottspon und fügt mit einem Augenzwinkern hinzu: «Aber egal, wie die Larven beschaffen gewesen wären: Die Kinder mögen einfach nicht so lange.»

Lust, als Drummler oder Pfiffer in eine Clique einzutreten, hat laut eigener Aussage denn auch niemand bekommen – ausgenommen jene Klassenkameradin, die über ihren Vater den Kontakt zum CCB besorgt hatte. Für Abgottspon war das Larvenbasteln jedenfalls eine tolle Erfahrung, die sie gerne mit einer anderen Klasse wiederholen würde: «Aber es ist halt schwierig, an eine solche Gelegenheit zu kommen.»

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