Obstbaumgarten mit Pfiff

Die Trägerschaft Obstbaumgarten Badhof (TOB) wird dieses Jahr zehn Jahre alt. Sie kümmert sich um rund fünfzig Obstbäume. Das Areal dient dem Grünflächenerhalt, der Artenvielfalt und der pädagogischen Vermittlung.

Familiäre Atmosphäre: Mitglieder der Trägerschaft Obstbaumgarten Badhof vor einem mit Efeu bewachsenen Baum.
Familiäre Atmosphäre: Mitglieder der Trägerschaft Obstbaumgarten Badhof vor einem mit Efeu bewachsenen Baum.

Vor einigen Tagen standen die Obstbäume beim Badhof voll im Blust und erfreuten die vorübergehenden Menschen. Das über 5000 Quadratmeter grosse Gelände südöstlich des Badhofs, das früher zur Wohnzone W2b gehörte, wurde im Jahre 2013 von der Gemeinde zur Grünfläche umgezont. Bereits 2007 fand die Gemeinde Freiwillige für die Pflege der Obstbäume. 2008 konstituierte sich dann die Trägerschaft Obstbaumgarten Badhof als Verein, um von der Gemeinde als Vertragspartner anerkannt zu werden. Der Verein funktioniert auf der Grundlage einer schriftlichen Leistungsvereinbarung mit der Einwohnergemeinde Arlesheim. Die Vereinbarung betrifft die Pflege und den Unterhalt des Obstbaumgartens nach ökologischen Kriterien. Der Verein wird bei Bedarf vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FibL) beraten. Derzeit hat er 18 Mitglieder und wird von einem Ausschuss geführt, dem Birgit Althaler, Marco Gigli, Alena Wehrli und Ruth Hungerbühler angehören.


Pädagogische Funktion

Etwa zwei Drittel des Baumbestandes wurde neu gepflanzt. Es gibt Apfel- und Birnbäume, Zwetschgen, Kirschen, Quitten, Mirabellen und Sauerkirschen. Besonderen Wert legt die TOB auf die Pflege von alten Sorten wie etwa Ersinger Frühzwetschge oder Edelchrüsler. Die Früchte, die im Herbst geerntet werden, sind für den Eigenbedarf gedacht oder werden zu Most verarbeitet. Auch Kindergärten sind ins Konzept eingebunden. Im Herbst besuchen jeweils drei Klassen mit insgesamt bis 70 Kindern den Obstbaumgarten und können an der Ernte teilnehmen. Ruth Hungerbühler sagt: «Kinder entwickeln plötzlich Interesse für die Natur, wenn sie hier mit ihr in Kontakt kommen.» Speziell für die Kinder hat man einen alten gekippten Baum stehengelassen, der sich leicht ernten lässt. Alena Wehrli stellt fest, dass Jugendliche sich immer mehr vom Wissen über den Gartenbau entfernen, sodass diese Aktion Kinder schon früh an die Materie heranführen könne. Sie betont aber auch, dass der Obstbaumgarten ökologisch wertvoll sei. «Der Vogelschutz hat mehrere Brutkästen aufgehängt, so etwa für den Gartenrotschwanz.»


Interessierte willkommen

Zu den Aufgabenbereichen des TOB gehören das Mähen um die Baumscheiben, das Mausen, das Baumschneiden im Winter, die Baumpflege, die Ernte, die Pflege des Grundstücks und nicht zuletzt die Kommunikation nach aussen und innen. Wer dem Verein beitreten will, zahlt einen einmaligen Beitrittsbeitrag von mindestens 20 Franken und einen Jahresbeitrag von 20 Franken. Erwartet wird ein Arbeitseinsatz von mindestens acht Stunden pro Jahr. Die Pflege des Obstbaumgartens Badhof hat Modellcharakter für das gemeinschaftliche Bewirtschaften eines Areals, das der Öffentlichkeit zugutekommt. Ansprechperson für TOB-Interessierte ist Marco Gigli (<link mail>marco.gigli@intergga.ch).

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